Das Terrarium


Wer sich für die Pflege von Vogelspinnen interessiert und letztendlich auch dafür entscheidet, steht gleich am Anfang vor einer entscheidenden Frage:

Was ist das richtige Terrarium?!

Bei der Pflege von Vogelspinnen kommt dem Aufbau und der Gestaltung des Terrariums eine nicht zu unterschätzende Rolle zu!

Grundlegend gilt es zu beachten, welche Lebensweise die zu pflegende Spinne bevorzugt. Dabei haben sich 3 grundsätzliche Einteilungen heraus gebildet und inzwischen auch sehr gut bewährt.

 

* Bodenbewohner
* Baumbewohner
* Röhrenbewohner

 

Als eine besondere Lebensform und somit in gewisser Art als Ausnahme, zählen sogenannte „Strauchbewohner“.


Terrarium – Arten

Bodenbewohner

Flachterrarium Bodenbewohner

Bei den bodenbewohnenden Vogelspinnen ist es empfehlenswert, wenn die Grundfläche des Terrariums größer ist, als dessen Höhe. Obwohl diese Spinnen auch gern mal klettern, besteht bei möglichen Stürzen die Gefahr von schwereren Verletzungen.

Sinnvoller ist es dagegen, den Bodengrund möglichst hoch ein zu bringen. Bewährt hat es sich, wenn dieser vom forderen Steg zur Rückwand hin ansteigt. Das gibt der Spinne, wie in der Natur auch, die Möglichkeit eine Wohnhöhle zu graben. Dazu muss der Bodengrund natürlich grabfähig sein und darf nicht aus reinem Sand bestehen. Wald- oder Blumenerde mit etwas Lehm vermischt leistet dabei beste Dienste.

Wer möchte, kann bereits einen kleinen Unterschlupf für die Vogelspinne vorbereiten. Dazu wird am einfachsten ein etwas gebogenes Rindenstück o.ä. an der gewünschten Stelle in den Bodengrund eingelassen und mit dem Finger eine kleine Höhle vor gegraben.
Diese werden von den meisten Spinnen sehr gern angenommen und im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut.

Nicht immer nimmt die Spinne dieses Angebot auch an. Sie wird dann für sich eine entsprechende Stelle wählen und mit dem Ausbau beginnen. Dazu verwendet sie gern ein Erde-Gespinst-Gemisch.

Auf alle Fälle sollte man die Spinne gewähren lassen!

Bei Terrarien mit einer großer Grundfläche kann man durchaus über eine Bepflanzung nachdenken. Geeignete Pflanzen finden sich reichlich im entsprechenden Fachhandel bzw. Baumärkten.
Wo keine Bepflanzung gewünscht ist, kann man diese Stellen gut mit Moos oder trockenen Laub abdecken.

Wer möchte, kann die Rück- und Seitenwände noch verkleiden. Die Spinne kann sich so leichter im Terrarium fortbewegen und man hat noch einen wärmedämmenden Effekt. Ich benutze dazu gern dünne Kokosmatten. Diese sind leicht zu verarbeiten und wirken sehr naturnah.

Einen kleinen Nachteil möchte ich nicht unerwähnt lassen. Eine Kontrolle von bis an den Rand gegrabene Wohnhöhlen ist dann allerdings nicht mehr möglich.

Baumbewohner

Hochterrarium Baumbewohner

Die baumbewohnenden Vogelspinnen benötigen für eine artgerechte Haltung etwas weniger Grundfläche als die Bodenbewohner. Hier liegt das Hauptaugenmerk auf eine entsprechende Höhe. In der Regel sind für die meisten Baumbewohner Terrarien mit den Maßen 30x30x40 cm (BxLxH) ausreichend. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel 😉 .

Als Unterschlupf für die Spinne eignen sich senkrecht un den Boden gestellte Korkröhren oder gebogene Rindenstücke. Diese werden dann idealster Weise an die Seiten- bzw. Rückwand gelehnt um den Tieren den nötigen Schutz zu bieten. Bitte immer darauf achten, dass die eingebrachten Behausungen ausreichend gegen Umfallen gesichert sind.
Ein Nachteil von ganzen Korkröhren soll aber nicht unerwähnt bleiben. Bei möglichen Nachzuchten kann man hier den Kokon schlechter entnehmen.

Obwohl es sich um Baumbewohner handelt, neigen noch nicht adulte Tiere dazu, sich in Bodennähe oder im Bodengrund ihre Behausung zu suchen. Von daher sollte auch in diesem Terrarium der Bodengrund nicht zu flach eingebracht werden.

Auch Baumbewohner lieben Bepflanzung im Terrarium, kommt es doch ihren ursprünglichen Lebensbedingungen am nächsten. Der positive Effekt zum Erreichen der Luftfeuchtigkeit wird außerdem noch verstärkt.

Dabei ist aber immer auf ausreichende Belüftung zu Achten.

In der Natur der Sache liegt, dass die baumbewohnenden Vogelspinnen wahre Kletterkünstler sind. Von daher empfehle ich unbedingt die Rück- und Seitenwände zu verkleiden. Entsprechende Materialien sehen nicht nur naturnah aus, sondern bieten auch hier der Vogelspinnen einen besseren Halt, um ihren Kletterbedürfnis nachkommen zu können.

Röhrenbewohner

Terrarium Röhrenbewohner (Haplo-Tank)

Für die in Wohnröhren lebenden Vogelspinnen haben sich hohe und schmale Terrarien, sogenannte Haplo-Tanks bestens bewährt. Diese sind nur von oben zu öffnen!

Es ist aber grundsätzlich darauf zu achten, dass sich am Boden eine „Lüftungsöffnung“ befindet, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.

Haplo-Tanks gibt es inzwischen in verschiedene Größen. Standardmäßig beginnend ab 15x30x30 cm oder 20x30x40 cm bis hin zu 20x30x60 cm Größe. Bei diesen schmalen Terrarien liegt der Vorteil klar auf der Hand. So kann in den meisten Fällen die Röhre der Spinne von außen sehr gut eingesehen werden und man hat eine gewisse Kontrolle über das Tier.

Der Bodengrund wird bis ca. 5-10 cm unter den oberen Rand eingefüllt. Verwendung findet hier gut grabfähige Erde. Bei der Einrichtung sollte sofort eine entsprechende Röhre vorbereitet werden. In den meisten Fällen wird die Spinne diese Röhre annehmen und umgehend mit dem Ausbau beginnen.
Dazu wird in der Regel ein Trichter aus Erde und Gespinst rund um die Öffnung angelegt. Dieser verhindert das Eindringen von Wasser in die Wohnröhre.

Sollte dennoch einmal Wasser durch die Bewässerung eindringen, ist die Spinne in der Lage durch das Ausbilden von Luftpolstern auf der Behaarung längere Zeit in ihrer Wohnhöhle zu verharren und zu überleben.

Auf eine Bepflanzung kann üblicherweise verzichtet werden.

Ein möglicher „Ersatz“ für einen Haplo-Tank kann auch ein Terrarium für bodenbewohnende Vogelspinnen darstellen. Dieses wird dazu auf die Rückseite gelegt. Wichtig ist jedoch, eine vorhandene Lüftungsfläche in der eigentlichen Deckscheibe, welche dann als Abfluss dient. Ist diese nicht vorhanden, kann es zu gefährlicher Staunässe kommen.

Eine weitere und sehr günstige Alternative bilden hohe Lebensmitteldosen.
Dabei hat man den Vorteil, dass diese stapelbar sind und man die Lüftungslöcher mittels eines Lötkolbens oder Bohrers individuell einbringen kann.

Besonderheit: Strauchbewohner

Terrarium Strauchbewohner

Die sogenannten Strauchbewohner lassen sich nicht eindeutig in eine der zwei oben genannten Kategorien einordnen. Derartige Vertreter finden sich sowohl in unteren Bereichen von Bäumen und Sträuchern, als auch in Bodennähe bzw. im Boden.

Von daher gilt es bei der Wahl und der Gestaltung des Terrariums einiges zu beachten.
Grundsätzlich geeignet ist ein Terrarium, welches auch für Bodenbewohner Verwendung finden kann. Gut geeignet sind auch Terrarien in Würfelform.

Was die Einrichtung des Terrariums betrifft, so kann man sich weitestgehend an die Gestaltung für bodenbewohnende Vogelspinnen halten.
D.h also, das der Bodengrund nicht zu spärlich eingebracht werden sollte, wobei 10-15 cm Höhe durchaus ausreichend sein dürften. Somit kann die Spinne ihrem Drang sich im Boden zu verstecken schon mal nach kommen.
Eine Korkröhre, wie bei den Baumbewohnern, ist nicht nötig.
Vielmehr sollten reichlich dünne Äste und Zweige Verwendung finden. Die meisten Spinnen werden darin ihr Wohngespinnst anlegen und im Laufe der Zeit immer weiter ausbauen. Somit ist dem Drang sich im Gestrüpp nieder zu lassen auch Genüge getan 😉 .

Einige Strauchbewohner neigen dazu, im Laufe der Zeit das Wohngespinnst derart zu erweitern, dass bald das gesamte Terrarium zu gesponnen ist. Das mag nicht jedem gefallen, auf mich übt das aber eine absolute Faszination aus.


Materialien für die Einrichtung

Was die Technik von Terrarien betrifft, verweise ich an dieser Stelle auf die Rubrik DIE TECHNIK interner_link.

Als Bodensubstrat eignen sich in der Regel Walderde oder Blumenerde. Letztere sollte sicherheitshalber nicht gedüngt sein.
Ein entsprechendes Sand-Lehm-Gemisch leistet, besonders für die Boden- und Röhrenbewohner, ebenfalls hervorragende Dienste.
Wichtig ist lediglich, dass sämtliche Bodengründe grabfähig sind und genug Stabilität aufweisen, damit gegrabene Wohnhöhlen nicht einstürzen können.
Von daher halte ich reinen Sand für eher ungeeignet. Ebenso das oft angepriesene Kokosfasern-Substrat.

Was die Bepflanzung von Terrarien betrifft, verweise ich an dieser Stelle auf die Rubrik DIE BEPFLANZUNG interner_link.
Dort finden sich Empfehlungen zu einigen, für die Terrarien geeignete Pflanzen und deren Pflege.

Zur Dekoration und für weitere Einrichtungsgegenstände kommen verschiedenste Materialien in Frage.
Der Phantasie des Halters sind abgesehen vom vorhandenen Platzangebot, eher wenige Grenzen gesetzt.

Oberstes Gebot: Die Materialien dürfen keine Giftstoffe abgeben!

Ich persönlich tendiere zu natürlichen Materialien. So finden in meinen Terrarien nur Steine, Zweige oder Äste, Wurzeln und Kork Verwendung.
Vieles findet sich in der Natur, sollte dann aber vor der Verwendung im Terrarium gründlich gereinigt werden.

Wer sich für eine Verkleidung der Rück- und Seitenwände entschließt, dem möchte ich an dieser Stelle Kork oder Kokosmatten empfehlen. Diese geben dem Terrarium ein natürliches aussehen und haben gleichzeitig einen etwas wärmedämmenden Effekt.


Kommentare sind geschlossen.